Die Idee

Da sich in unserem Kirchenkreis das sogenannte „Bethlehem der Kirchenmusik“ befindet, – nämlich in Kahla – ist es naheliegend das Gedenkjahr 2017 „500 Jahre Reformation“ in besonderem Maße musikalisch zu begehen.

„Der im thüringischen Kahla geborene Kantor Johann Walter gilt als der Urvater der evangelischen Kirchenmusik. Nach der Studienzeit in Leipzig, während der er zum Anhänger Martin Luthers wurde, trat Walter 1520 in die sächsische Hofkapelle unter Kurfürst Friedrich dem Weisen ein. Schon bald darauf muss Walter mit dem Reformator selbst in Berührung gekommen sein: 1524 erschien die erste Auflage seines Geistlichen Gesangbüchleins, später nur noch Chorgesangbuch genannt, zu dem Martin Luther die Vorrede geschrieben hat. Diese Choralsammlung wurde von Walter im Laufe seines Lebens mehrfach revidiert und neu herausgegeben und markierte somit Beginn und Fortentwicklung protestantischer Mehrstimmigkeit sowie die Bereitstellung neuer Weisen für den Kirchengesang unter sorgsamer Pflege des deutschen geistlichen Liedsatzes.“ (Clara Rempe, Berlin)

Martin Luthers GESAMTES Liedschaffen

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„Martin Luther im Kreise seiner Familie musizierend“ historisierendes Gemälde von G.A. Spangenberg 1866

In besonderer und umfassender Weise widmet sich der Kirchenkreis Eisenberg mit der 12-teiligen Konzertreihe also dem Liedgut der Reformation. Exemplarisch ist dafür – wenig überraschend – Martin Luther ausgewählt worden, für den in unserem Kirchenkreis ebenfalls eine wichtige Station der Reformationsentwicklung war: Orlamünde (unweit von Kahla), wo er sich mit Andreas Bodenstein von Karlstadt auseinandersetzte.
Nun ist 2017 kein „Luther-Jahr“ im strengen Sinn, denn zum 500. Mal jährt sich nicht sein Geburtstag oder Todestag, sondern der Thesenanschlag in Wittenberg, von dem heute noch der „Reformationstag“ als Feiertag zeugt. Ohne Martin Luther wäre aber auch keine evangelische Kirchenmusik denkbar und so sollen anlässlich des 500. Reformationstages alle Lieder Martin Luthers erklingen.
Im Jahr 2017 „Ein feste Burg“ und „Vom Himmel hoch“ zu singen ist nicht besonders außergewöhnlich; wir stellen uns daher der Herausforderung alle, wirklich alle Lieder Luthers mit einzubeziehen.

40 Lieder, zu denen er entweder Text oder Melodie beigetragen (bzw. umgearbeitet) hat, sind uns überliefert. Nicht berücksichtigt worden sind drei Einrichtungen eines Psalmtones zum entsprechenden Bibeltext, einige lateinische Begräbnislieder und ein paar Lieder bei denen Luthers Autorschaft umstritten ist.
Von den 40 Liedern sind 31 noch im aktuellen evangelischen Gesangbuch enthalten. 17 Lieder sind auch im aktuellen Wochenliedplan noch enthalten und gelten als Hauptlied für bestimmte Sonn- und Feiertage. Martin Luthers Lieder stellen damit auch ein halbes Jahrtausend nach der Reformation noch den mit Abstand größten Anteil an evangelischem Liedgut und den Hauptliedern dar.